Welche KI-Apps erleichtern mir tatsächlich den Alltag?

Welche KI-Apps erleichtern mir tatsächlich den Alltag?

KI ist inzwischen überall. Gefühlt erscheint jede Woche eine neue App, die verspricht, unser Leben einfacher zu machen, uns Zeit zu sparen oder gleich ganze Aufgaben für uns zu erledigen. Vieles davon klingt beeindruckend. Aber brauche ich wirklich zehn verschiedene KI-Apps auf meinem Smartphone?

Nein. Ich nutze KI mittlerweile regelmäßig und habe dabei vor allem eines gelernt: Eine gute KI-App ist für mich nicht diejenige mit den meisten Funktionen. Sie muss mir ganz konkret Arbeit abnehmen oder etwas schneller machen, das ich ohnehin erledigen müsste. Fünf Anwendungen finde ich deshalb tatsächlich sinnvoll.

1. ChatGPT: Mein Allrounder für fast alles

Wenn ich nur eine KI-Anwendung behalten dürfte, wäre es vermutlich ChatGPT. Nicht weil die App alles perfekt kann, sondern weil ich sie für sehr unterschiedliche Dinge einsetzen kann.

Ich kann mir komplizierte Themen erklären lassen, Texte überarbeiten, Ideen sammeln, lange Dokumente zusammenfassen oder eine Reise planen. Auch Bilder und Dateien lassen sich hochladen und analysieren. Mittlerweile funktioniert ChatGPT außerdem per Sprache, sodass man Fragen stellen kann, ohne lange etwas einzutippen.

Im Alltag kann das erstaunlich banal sein.

Ich fotografiere beispielsweise eine Fehlermeldung und frage, was sie bedeutet. Ich lasse mir aus fünf Zutaten eine Idee fürs Abendessen machen. Oder ich gebe einen viel zu langen Text ein und bitte darum, mir die drei wichtigsten Punkte herauszufiltern.

Genau darin liegt für mich der Nutzen von KI: nicht darin, mein Denken zu ersetzen, sondern mir lästige Zwischenschritte abzunehmen.

Wofür ich ChatGPT sinnvoll finde

Texte schreiben und verbessern, Dinge erklären lassen, Ideen entwickeln, Dokumente zusammenfassen, Informationen strukturieren oder einfach eine zweite Meinung zu einem Problem bekommen.

Wichtig bleibt allerdings: ChatGPT kann sich irren. Besonders bei aktuellen, medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Themen sollte man Angaben kontrollieren und sich im Zweifel auf Originalquellen verlassen.

2. Perplexity: Wenn ich etwas wirklich recherchieren möchte

Bei aktuellen Informationen greife ich gerne zu Perplexity. Der Unterschied zu einer klassischen Suchmaschine ist ziemlich angenehm: Ich bekomme nicht nur eine Liste von Webseiten, sondern zunächst eine zusammengefasste Antwort. Entscheidend ist für mich jedoch etwas anderes: Perplexity zeigt direkt die verwendeten Quellen an.

Das macht die App beispielsweise praktisch, wenn ich wissen möchte:

  • Welche neuen Regeln gelten für ein bestimmtes Thema?
  • Was ist aus einer Nachricht geworden, die ich vor einigen Tagen gelesen habe?
  • Welche Sehenswürdigkeiten lohnen sich an meinem Reiseziel?
  • Was sagen verschiedene Quellen zu einem Produkt?

Natürlich gilt auch hier: Nur weil eine KI eine Quelle nennt, ist die Antwort nicht automatisch richtig. Aber ich kann wesentlich schneller prüfen, woher eine Information stammt.

Mein Tipp: Perplexity nutze ich für Recherche, ChatGPT eher fürs Weiterdenken und Bearbeiten.

3. DeepL: Auf Reisen fast unverzichtbar

DeepL kennen viele wahrscheinlich noch als Übersetzungsdienst am Computer. Auf dem Smartphone ist die App aber besonders praktisch. Man kann Texte eintippen oder sprechen und sogar die Kamera verwenden. Speisekarte nicht verstanden? Schild fotografieren. Eine Nachricht auf Französisch erhalten? Übersetzen lassen. Auch Bilder und Dokumente können verarbeitet werden.

Das klingt zunächst wenig spektakulär, ist für mich aber eine der nützlichsten Formen von KI überhaupt.

Gerade beim Reisen möchte ich nicht minutenlang überlegen, welches französische oder italienische Wort mir gerade fehlt. Ich möchte wissen, was auf der Karte steht oder wie ich einen bestimmten Satz freundlich formuliere.

Dafür brauche ich keinen KI-Assistenten, der mir einen Vortrag hält. Ich brauche eine App, die funktioniert. Und genau das macht DeepL sehr gut.

4. Gemini: Besonders interessant für Google-Nutzer

Wer ohnehin viel mit Google arbeitet, sollte sich Gemini ansehen. Die mobile App kann Texte und Bilder verarbeiten, Fragen per Sprache beantworten und auf Wunsch mit Diensten wie Gmail, Google Drive oder Google Maps zusammenspielen. Google nennt außerdem Reiseplanung über Maps und Google Flights als Anwendungsmöglichkeiten.

Interessant finde ich vor allem die Verbindung mit dem Smartphone.

Auf Android kann Gemini je nach Gerät und Einstellungen unter anderem Listen erstellen, Erinnerungen anlegen oder bestimmte Smartphone-Funktionen steuern. Wer sein halbes digitales Leben ohnehin bei Google organisiert, kann davon deutlich mehr haben als jemand, der Gmail, Drive und Maps kaum nutzt.

Für mich wäre Gemini deshalb keine zusätzliche App, die man unbedingt installieren muss. Sie wird interessant, wenn man bereits stark im Google-System unterwegs ist.

5. Microsoft Copilot: Sinnvoller im Büro als auf dem Sofa

Ähnlich verhält es sich mit Microsoft Copilot. Wer täglich Word, Excel, PowerPoint, Outlook und andere Microsoft-Dienste nutzt, kann damit einiges anfangen. Copilot kann beispielsweise Inhalte erstellen, Informationen zusammenfassen und mit Dateien arbeiten. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt allerdings vom jeweiligen Konto und Abo ab.

Privat brauche ich das weniger.

Beruflich kann es dagegen praktisch sein, wenn ein langer Text zusammengefasst werden soll, eine Präsentation vorbereitet werden muss oder Informationen aus verschiedenen Dokumenten zusammengetragen werden.

Das ist übrigens generell eine Erkenntnis, die ich bei KI-Apps gemacht habe: Die beste KI ist oft diejenige, die bereits dort steckt, wo ich arbeite. Noch eine zusätzliche App zu öffnen, Daten zu kopieren und anschließend alles wieder zurückzutragen, spart nicht unbedingt Zeit.

KI-App: Brauche ich wirklich alle fünf Apps?

Ganz klar: nein. Ich persönlich würde die Auswahl davon abhängig machen, was ich tatsächlich mache. Wer einen vielseitigen KI-Assistenten sucht, kommt mit ChatGPT schon erstaunlich weit. Wer häufig aktuelle Informationen recherchiert, sollte zusätzlich Perplexity ausprobieren.

Wer reist oder regelmäßig Fremdsprachen benötigt, für den ist DeepL ausgesprochen praktisch. Gemini lohnt sich besonders für Menschen, die intensiv mit Google-Diensten arbeiten. Copilot ergibt vor allem dann Sinn, wenn Microsoft 365 ohnehin zum Arbeitsalltag gehört.

Mehr brauche ich persönlich nicht.

Wo ich KI lieber nicht einfach vertraue

So nützlich diese Apps sind, eines sollte man nie vergessen: KI klingt manchmal sehr überzeugt, obwohl die Antwort falsch ist. Google weist selbst darauf hin, dass Antworten von Gemini Fehler enthalten können und man sich bei medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Entscheidungen nicht darauf verlassen sollte. Das gilt letztlich für alle KI-Assistenten.

Ich würde deshalb keine Diagnose aufgrund einer KI-Antwort stellen, keinen Vertrag ungeprüft übernehmen und keine wichtige finanzielle Entscheidung ausschließlich davon abhängig machen.

Auch sensible Daten gehören nicht gedankenlos in irgendeine App. Bevor ich persönliche Dokumente, Informationen über andere Menschen oder beruflich vertrauliche Unterlagen hochlade, sollte ich zumindest wissen, welchen Dienst ich benutze und welche Datenschutzregeln dafür gelten.

KI muss mir Zeit sparen, sonst brauche ich sie nicht

Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft für jede Kleinigkeit eine eigene KI-App brauchen. Im Gegenteil.

Wenn ich drei Apps öffnen, fünf Einstellungen ändern und erst einen perfekten Prompt schreiben muss, um zwei Minuten Arbeit einzusparen, kann ich es auch selbst erledigen. Die KI-Anwendungen, die ich interessant finde, funktionieren anders. Ich stelle eine Frage, fotografiere etwas, lade ein Dokument hoch oder diktiere einen Gedanken und bekomme eine brauchbare Grundlage zurück.

Mein persönliches Trio für den Alltag wäre deshalb ChatGPT, Perplexity und DeepL. Damit lassen sich bereits sehr viele Situationen abdecken. Der Rest hängt davon ab, wie man arbeitet.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach all dem KI-Hype: Man muss nicht jede neue App ausprobieren. Man muss nur die wenigen finden, die das eigene Leben tatsächlich ein bisschen einfacher machen.

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