Letztes Update am 15. September 2026 von Marion
Das Inhaltsverzeichnis
Schon als Jugendliche habe ich den damaligen Führerschein der Klasse 1b gemacht, weil ich unbedingt Roller fahren wollte. Aber nicht irgendeinen Roller. Für mich musste es eine Vespa sein. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Gerade in Berlin möchte ich meine Vespa nicht mehr missen. Ich besitze inzwischen kein Auto mehr und vermisse es erstaunlich selten. Für viele Wege in der Stadt ist der Roller schneller, unkomplizierter und macht mir schlicht mehr Spaß.
Meine erste große Liebe war eine Primavera 125. Nachdem versucht wurde, sie zu stehlen, musste irgendwann Ersatz her. Heute fahre ich eine GTS 125 Touring. Und ja: Ich würde mich wieder für eine Vespa entscheiden.
Falls ihr gerade darüber nachdenkt, euch eine Vespa zuzulegen, kommen hier meine ganz persönlichen Gründe dafür.

1. Eine Vespa ist perfekt für die Stadt
Berlin mit dem Auto kann anstrengend sein. Stau, Parkplatzsuche und viel Verkehr gehören zum Alltag. Mit einer Vespa sieht das zumindest teilweise anders aus.
Sie ist kompakt, wendig und lässt sich im Stadtverkehr angenehm bewegen. Gerade die Primavera fühlt sich leicht und unkompliziert an. Die aktuelle Primavera 125 hat weiterhin 12-Zoll-Räder und eine kompakte Bauweise, wurde für das Modelljahr 2026 aber technisch überarbeitet. Unter anderem gibt es jetzt ein digitales Display, Keyless-System und Scheibenbremsen vorne und hinten.
Einen Mythos sollte man allerdings gleich aus dem Weg räumen: Nur weil eine Vespa klein ist, darf sie nicht automatisch auf dem Gehweg stehen. Für Roller gelten grundsätzlich dieselben Parkregeln wie für andere Kraftfahrzeuge. Auf dem Gehweg ist das Parken nur erlaubt, wenn es durch Verkehrszeichen oder Markierungen ausdrücklich freigegeben ist.
Trotzdem ist die Parkplatzsuche mit einem Roller meistens wesentlich entspannter als mit einem Auto.
2. Vespa fahren macht einfach Spaß
Das ist natürlich kein objektives Kaufargument. Für mich ist es aber eines der wichtigsten.
Auf einer Vespa fühlt sich selbst der Weg zum Supermarkt ein bisschen anders an. Fahrtwind, direkte Sicht auf die Umgebung und dieses typische Roller-Gefühl sorgen dafür, dass eine Fahrt selten nur Mittel zum Zweck ist.
Vielleicht ist genau das auch einer der Gründe, warum die Vespa seit Jahrzehnten funktioniert. 2026 feiert die Marke sogar ihr 80-jähriges Jubiläum. Die erste Vespa kam 1946 auf den Markt. Zum Jubiläum gibt es mehrere Sondermodelle.
Und ja, selbstverständlich spielt das Design eine Rolle. Eine Vespa sieht eben nicht aus wie irgendein Roller. Man erkennt sie sofort.

3. Eine Vespa 125 reicht für meinen Alltag völlig aus
ch habe mich bewusst für 125 Kubikzentimeter entschieden.
Eine Vespa 125 ist deutlich flotter als ein auf 45 km/h begrenzter 50er-Roller und funktioniert deshalb auch auf größeren Stadtstraßen wesentlich besser. Gleichzeitig brauche ich persönlich kein großes Motorrad.
Meine Primavera 125 war leicht, handlich und für den Stadtverkehr perfekt. Die GTS 125 fühlt sich etwas größer und erwachsener an und bietet für mich noch etwas mehr Komfort.
Wer hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, sollte sich deshalb gut überlegen, ob es wirklich ein großes Motorrad sein muss. Für Pendelwege, Einkäufe, Besuche bei Freunden oder Fahrten quer durch Berlin reicht mir eine 125er vollkommen.

4. Viele Autofahrerinnen können eine Vespa 125 mit B196 fahren
Für viele von euch dürfte das einer der interessantesten Punkte sein: Wer bereits einen Autoführerschein der Klasse B besitzt, muss nicht zwangsläufig einen kompletten Motorradführerschein machen. Mit der Schlüsselzahl B196 dürfen unter bestimmten Voraussetzungen Leichtkrafträder bis 125 cm³ und maximal 11 kW gefahren werden.
Dafür müsst ihr mindestens 25 Jahre alt sein und den Führerschein der Klasse B seit mindestens fünf Jahren besitzen. Außerdem ist eine Fahrschulung mit insgesamt neun Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten vorgeschrieben. Eine theoretische oder praktische Prüfung gibt es anschließend nicht. Wichtig: B196 gilt ausschließlich in Deutschland.
Wer mit seiner Vespa beispielsweise nach Italien, Frankreich oder Österreich fahren möchte, sollte diesen Punkt unbedingt beachten. Wer wie ich noch die frühere Führerscheinklasse 1b besitzt, hat ohnehin eine entsprechende Fahrerlaubnis für 125er.
5. Der Verbrauch hält sich in Grenzen
Ein weiterer Grund, warum ich gerne Roller fahre, sind die überschaubaren laufenden Kosten.
Bei meiner Primavera musste ich natürlich regelmäßig tanken, aber eben keine riesigen Mengen. Vespa gab für frühere Versionen der Primavera 125 einen Verbrauch von rund 2,5 Litern auf 100 Kilometer an. Der tatsächliche Verbrauch hängt natürlich von Fahrweise, Strecke, Wetter und Modell ab.
Dazu kommen Versicherung, Wartung, Reifen und gelegentliche Reparaturen. Ganz kostenlos ist Vespa fahren also keineswegs. Im Vergleich zum Unterhalt eines eigenen Autos kann ein Roller aber insbesondere dann interessant sein, wenn man ohnehin überwiegend kurze und mittlere Strecken fährt.
Bei der Versicherung unterscheiden sich die Preise erheblich. Alter, Wohnort, Schadenfreiheitsklasse, Modell und gewählter Versicherungsschutz spielen eine Rolle. Deshalb würde ich hier inzwischen keine pauschale Summe mehr nennen. Ich zahle für meine 125er-Vespa bei der Karag rund 157 Euro/Jahr. Das ist so viel, weil ich sie weiterhin mit Vollkasko versichert habe. Berlin eben!

6. Primavera oder GTS? Ich kenne inzwischen beide
Die GTS ist größer und wirkt für mich etwas satter auf der Straße. Nach meiner Primavera musste ich mich kurz umgewöhnen. Inzwischen mag ich gerade dieses etwas kräftigere Fahrgefühl sehr. Für längere Strecken empfinde ich sie als angenehm.
Preislich liegt sie über der Primavera. Die GTS 125 startet 2026 laut Vespa bei etwa 6.300 Euro, einzelne Varianten kosten mehr.
Welche besser ist?
Das lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Wer einen möglichst leichten Stadtroller möchte, dürfte sich auf der Primavera schnell wohlfühlen. Wer es etwas größer und komfortabler mag, sollte auch die GTS ausprobieren. Mein Tipp: Nicht nur anschauen. Probefahren.
7. Mit einer Vespa entdecke ich Städte anders
Meine Begeisterung hört in Berlin nicht auf. Wenn es möglich ist, leihe ich mir auch auf Reisen gerne einen Roller. In Valencia und Barcelona bin ich mit einer Leih-Vespa unterwegs gewesen. Und natürlich schaue ich in Rom, Thessaloniki oder anderen Städten automatisch jeder zweiten Vespa hinterher.
Mit einem Roller entdeckt man eine Stadt völlig anders als aus dem Auto oder der U-Bahn. Man kann spontan anhalten, kommt in Viertel, die man sonst vielleicht gar nicht gesehen hätte, und ist näher am Leben der Stadt.
Allerdings gilt gerade im Ausland: Prüft vorher unbedingt, ob eure Fahrerlaubnis dort für das jeweilige Fahrzeug gilt. Die deutsche B196-Erweiterung reicht für Fahrten im Ausland nicht aus.
Wenn ihr gerne individuell unterwegs seid, findet ihr bei uns auch weitere Reisetipps für Europa und beispielsweise unsere Reisetipps für Korfu.
Was mich an meiner Vespa nervt
Bei aller Liebe gibt es natürlich auch Nachteile. Der größte ist für mich das Wetter. Regen ist lästig, Kälte ebenfalls. Und bei Schnee oder Glätte bleibt die Vespa für mich stehen.
Auch Stauraum ist ein Thema. Ein großer Einkauf funktioniert mit Auto natürlich einfacher. Topcase und Gepäckträger helfen, ersetzen aber keinen Kofferraum.
Dazu kommt das Diebstahlrisiko. Nachdem bei mir bereits versucht wurde, eine Vespa zu stehlen, sehe ich das heute wesentlich weniger gelassen als früher. Ein gutes Schloss und ein möglichst sicherer Stellplatz sind deshalb aus meiner Sicht keine unnötigen Extras.
Und auch die Anschaffung selbst ist nicht gerade billig. Eine Vespa kostet mehr als viele andere Roller derselben Hubraumklasse. Man bezahlt also durchaus für Marke und Design.
Würde ich wieder eine Vespa kaufen?
Ja. Und das sage ich nach vielen Jahren Rollerfahren und nicht nach einer halbstündigen Probefahrt.
Meine Primavera habe ich sehr gerne gefahren. Meine GTS 125 Touring möchte ich inzwischen ebenfalls nicht mehr hergeben. Für meinen Alltag in Berlin ist die Vespa eine gute Mischung aus Mobilität, Freiheit und Fahrspaß. Sie ersetzt für mich viele Wege, die ich sonst mit dem Auto zurücklegen würde. Gleichzeitig habe ich nie das Gefühl, nur ein möglichst praktisches Verkehrsmittel zu benutzen.
Eine Vespa ist eben ein bisschen irrational. Aber vermutlich ist genau das der Grund, warum ich sie so mag.