Prokrastination

Was bedeutet eigentlich Prokrastination?

Ich habe jetzt mehrere Tage überlegt, ob ich einen Artikel über Prokrastination schreiben soll, habe es aber immer wieder vor mir hergeschoben. Und bin somit in die echte Prokrastination-Falle getappt, denn genau das ist damit gemeint: Dinge vor sich herschieben. Ist das normal oder schon eine psychische Störung, wenn man einfach nicht „zu Potte kommt“?

Prokrastination stammt vom lateinischen „procrastinare“ und meint damit das „Aufschieben“, dass „auf Morgen verlegen“. Schätzungen zufolge ist etwa jeder 5. Deutsche davon betroffen.

An Prokrastination leiden sehr viele Menschen

So gut wie jeder schiebt manchmal unangenehme Aufgaben ein Weilchen auf, das ist ganz normal. Wenn ihr das Aufschieben von Aufgaben allerdings zu eurem Standard-Verhalten macht, macht ihr euch das Leben selbst unnötig schwer und zahlreiche Probleme kommen auf euch zu. Mahngebühren, verpasste Abgabefristen oder nicht durchgeführte ärztliche Untersuchungen.

Prokrastination: Es ist gar nicht so einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden
Es ist gar nicht so einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden

Aufschieberitis: Unangenehme Aufgaben werden solange aufgeschoben, bis es nicht mehr geht

Dinge, die man gerne macht, werden sofort erledigt, unangenehme aber nicht. Oder wer räumt schon gerne den Keller auf, bügelt oder besucht XY, weil es mal wieder nötig wird? Sicher nur die wenigsten von uns.

Warum weigert man sich? Vielleicht, weil die eigentliche Aufgabe uns vermeintlich zu viel Energie und Überwindung kostet und ein Aufschieben einfacher ist? Vermutlich ja.

Jetzt wird es aber absurd, denn bei dem Versuch, es uns leichter zu machen, machen wir es nur schwerer. Wir sparen vielleicht anfangs Energie, indem wir uns vor der unangenehmen Arbeit drücken.

Das schlechte Gewissen sitzt uns in der Prokrastination im Nacken

Aber das hat Konsequenzen: Es verursacht ein schlechtes Gewissen und zehrt an den Nerven und kostet in Wahrheit viel mehr Kraft, weil wir hinterher umso härter nachholen müssen, was wir vorher aufgeschoben haben.

Das Kernproblem vieler Aufschieber ist

Wer Dinge immer wieder aufschiebt, hat einfach nur das Problem, Prioritäten zu setzen. Das kann auch an Minderwertigkeitsgefühlen liegen, denn fälschlicherweise wird Erfolg oft mit Selbstwert gleichgesetzt. Sind die Aufgaben scheinbar zu groß, liegen diese subjektiv zu weit entfernt. Also ziehen die Aufschieber:innen kleinere Aufgaben vor, weil die eine schnelle Belohnung versprechen.

Manche Menschen genießen den Kick, den es bringt, erst auf den letzten Drücker fertig zu werden. Das hört sich erstmal ziemlich befremdlich an, doch viele brauchen einfach einen gewissen Zeitdruck, um produktiv zu werden. Auch dazu gehöre ich leider und ich bilde mir ein, dass alles besser ist, wenn ich wenig Zeit dafür erhalte.

Prokrastinatoren sind oft Menschen, die an vielen Projekten gleichzeitig arbeiten und sich dabei verzetteln. Der Mythos vom erstrebenswerten Multitasking hält sich leider immer noch hartnäckig. Doch wir Menschen können uns immer nur gut auf eine Aufgabe gleichzeitig konzentrieren.

Ansonsten wechselt unser Fokus immer wieder zwischen den Aufgaben hin und her. Und das kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Konzentration. Wer eine Aufgabe nach der anderen erledigt und sich auf sie konzentriert, schafft am Ende viel mehr.

Die inneren Alarmglocken sollten schrillen, wenn man sich wegen des Verschiebens immer wieder über sich selbst ärgert und nur noch selten entspannt seine Freizeit genießen kann.

Etwa, weil man ständig an die aufgeschobene Arbeit denkt. Oder wenn Deadlines – wenn überhaupt – nur unter großem Druck eingehalten werden können.

So überwindet man den inneren Schweinehund

Notiert euch schon am Abend, was ihr am nächsten Tag in welcher Reihenfolge tun werdet. Haltet euch aber auch. Je genauer und präziser Sie Aufgaben und Ziele planen, desto wahrscheinlicher die Umsetzung. Entscheidet, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. 

Wenn ihr euch mit einer schwierigen Aufgabe befasst, solltet ihr alle potenziellen Ablenkungen vermeiden. Schaltet das Smartphone & Co. aus.

Aber Vorsicht: Übertriebener führt ebenfalls zu Prokrastination!

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