Vorsicht: Hinter Vergesslichkeit kann auch eine Depression stecken


Eine Depression im Alter kann sich ähnlich äußern wie eine Demenz. Denn neben Antriebs- und Hoffnungslosigkeit haben Ältere bei einer Depression oft auch kognitive Einschränkungen. Heißt: Es fällt ihnen schwerer, sich zu konzentrieren oder sich Dinge zu merken.

Eine Depression kann für eine Demenz gehalten werden

Die Gedächtnisprobleme äußern sich je nach Erkrankung allerdings unterschiedlich: Wer eine Depression hat, ist in aller Regel nicht desorientiert.

Fragt man Betroffene etwa nach dem Tag und der Uhrzeit, können sie die richtige Auskunft geben, so die Deutsche Depressionshilfe. Denn bei einer Depression im Alter ist das Denken zwar gehemmt und verlangsamt, aber nicht verwirrt – anders als bei einer Demenz.

Und auch der Umgang mit der Vergesslichkeit kann sich unterscheiden: Während Betroffene einer Demenz ihre Gedächtnisprobleme tendenziell verleugnen und kleinreden, äußern Menschen mit Depressionen eher Leidensdruck.

So fängt eine Depression an

Oft gehen sie zu Beginn einer depressiven Phase mit uncharakteristischen Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, schlechter Laune etc. zum Arzt. Einige Betroffenen schildern ihre Gemütslage meist als Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Apathie.

Ein Online-Selbsttest, der Aufschluss darüber geben kann, ob man selbst betroffen ist, stellt die Deutsche Depressionshilfe hier zur Verfügung.

So habe ich bei dem Online-Test geantwortet (Screenshot)

Ich selbst habe den Test einmal durchgeführt und bin vom Ergebnis überrascht. Denn ich muss folgendes über mich lesen: „Ihr Testergebnis liefert Hinweise darauf, dass Sie möglicherweise unter einer depressiven Erkrankung leiden. Bitte suchen Sie Ihren Hausarzt oder einen Facharzt für psychische Erkrankungen (Psychiater oder Nervenarzt) auf und sprechen mit ihm über Ihre Beschwerden.“

Solltet ihr den Test ebenfalls machen, nehmt das Ergebnis nicht zu ernst. Im Fall einer Erkrankung oder des Verdachts auf eine Depression ist ein Gespräch mit einem Arzt/einer Ärztin oder Psychotherapeutin/Psychotherapeuten unverzichtbar.

Kann man sich selbst aus einer Depression befreien?

Ein fester Tagesablauf hilft gegen Depressionen. Versucht daher, euren Tag über Eckpunkte zu strukturieren, etwa über feste Zeiten fürs Aufstehen, Essen, Arbeiten, Lernen und Schlafen. Dabei solltet ihr auch Tätigkeiten einplanen, die euch guttun, wie Spaziergänge, Sport und Treffen mit Freunden.

Wer aber wirklich von sich behauptet, betroffen zu sein, kann sich hier erste Hilfe sichern. Die bundeseinheitliche Rufnummer des Info-Telefons Depression lautet: 0800 / 33 44 533

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